In Gastronomie bricht neue Ära ohne Qualm an

LINZ/WIEN — Von den Initiatoren des Nichtraucherschutz-Volksbegehrens über die Gewerkschaft bis zur Suchtprävention kam Zustimmung. „Wir sind uns sicher, dass das Rauchverbot in der Gastronomie helfen wird, die alarmierenden Zahlen, was die Zahl der Raucher in Österreich betrifft, nach unten zu korrigieren“, betonten Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und Krebshilfepräsident Paul Sevelda. „Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass das Rauchverbot nicht den von den Gegnern prophezeiten Schaden für die Gastronomie mit sich bringen wird.“

Bernd Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, zeigte sich ebenfalls erfreut: „Die über 200.000 Beschäftigten sind während ihrer Arbeit vor den schädlichen Folgen des Rauchens und des Passivrauchens geschützt.“ Er habe keine Zweifel, dass die Gäste schnell die Vorteile einer rauchfreien Gastronomie schätzen werden.

Während alle anderen Parteien das Verbot begrüßen, kritisierte FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl, selbst überzeugter Nichtraucher, die dahinterstehende freiheitsfeindliche Gesinnung. Lokale würden bereits im Vorfeld aus Angst vor hohen Umsatzeinbußen schließen.

Thomas Mayer-Stockinger, Sprecher der oö. Wirte, geht im Gespräch mit dem VOLKSBLATT davon aus, dass sich seine Kollegen an das Rauchverbot halten werden, zumal es viele selbsternannte Rauchsherifs gebe. „Spannend wird aber, wie sie darauf reagieren, wenn sich Gäste nicht daran halten.“

Er sei froh, dass hinsichtlich der Kontrolle Oberösterreich einen anderen Weg einschlage als Wien, wo die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) angekündigt hat, das Marktamt von Beginn an hart durchgreifen zu lassen. Die drohenden Strafen sind saftig: Die erste Anzeige kostet 800 Euro, Höchststrafe beträgt 10.000 Euro im Wiederholungsfall. Mayer-Stockinger hofft, dass die Gäste leise sind, wenn sie im Freien rauchen und die Anrainer dafür Verständnis zeigen.

Der Präsident der oö. Ärztekammer, Peter Niedermoser, zeigt sich über diesen wichtigen Schritt zur Volksgesundheit erfreut. Rauchen sei nachweislich für viele Todesfälle verantwortlich. Die neue gesetzliche Regelung gewährleistet, dass Nichtraucher geschützt werden, so Niedermoser.